Restaurant   Brauerei   Veranstaltungen   Anreise/Fahrpläne   Presse   Kultur/Tourismus   Geschichte des Hauses  
   
  Die Brennerei und Weinhandlung Schwarzbueb in Nuglar
   
Geschenkideen
 
 
Kirschenverlad auf einen Lastwagen des Konsumvereins Olten, um 1905
 
 
 
Die Brennerei und Weinhandlung Schwarzbueb in Nuglar.
 

1890 kam Urs Saladin, als elftes von zwölf Kindern eines Baselbieter Bauern zur Welt. Als Dreijähriger verlor er bereits seinen Vater, konnte aber nach der Primarschule bei der Konrad Peter AG eine Lehre als Schlosser und Mechaniker antreten.
Nach seinen Wanderjahren im welschen Jura, wo er erstmals bei Winzern arbeitete, heiratete er Rosa Mangold Dreier aus dem solothurnischen Nuglar, einem Dorf sechs Kilometer oberhalb Liestal.

1920 bauten die beiden unterhalb des alten Dorfkerns ein kleines Haus mit einem Stall, in dem er ein paar Geißen und eine Kuh hielt. Mit dem Velo fuhr er zehn Jahre lang ins zehn Kilometer entfernte Schönthal zur Arbeit.

 
 
Weinlese in Nuglar
 
1926 erwarb er Liga Anteilscheine und er eröffnete im bestehenden Wohnhaus den ersten Liga Spezereiladen und eine kleine Schuhhandlung mit Reparaturservice.
Ein schwerer Unfall auf seinem neuen Motorrad zwang ihn 1929 zu einer beruflichen Neuorientierung. Er verkaufte seine Tiere, gab die Landwirtschaft auf und baute an das Wohnhaus ein zweigeschossiges Gebäude talseits, in dem sich Weinkeller, Garage, Brennerei, Werkstatt und Lagerraum befanden. Der Neubau wurde vertikal durch einen der ersten automatischen Warenlifte der Schindler AG erschlossen. Sämtliche Pläne zeichnete Urs Saladin selber und auch der Umbau wurde unter seiner Leitung mit arbeitslosen Männern aus dem Dorf 1936 durchgeführt.
 
 
Brenneinrichtung bei Urs Saladin, Entstehungsort des berühmten „Häfelibrand“
 
1937 stellte er erstmals nach altem Häfelibrennverfahren eigenen Kirsch und Pflümli her und baute bis 1948 selber Reben an, deren Wein er selber kelterte.
1937, inmitten der Kriegswirren kaufte er sich einen „Opel Blitz“ mit Holzvergaser und konnte seine Kirschproduktion kontinuierlich ausfahren.
 
 
Der funkelnagelneue Opel Blitz (mit Holzvergaser) mit Urs Saladin, 1941
 
 
Kirschenverlad bei Urs Saladin Nuglar 1952
 

1947 baute er einen großen Wein und Fasskeller, indem sich neben sechs Eisenbetontanks mit einem Fassungsvermögen von 52'000 Litern auch dreißig Eichenfässer befanden, dessen größtes 5'900 Liter Wein aufnehmen konnte. Im gleichen Gebäude richtete Urs Saladin die neue Brennerei ein, die erstmals durch einen zentralen, mit Rohöl betriebenen Ofen beheizt wurde, die gleichzeitig das ganze Haus mit Wärme versorgte.

Nach diesen großen Bautätigkeiten konzentrierte sich Urs Saladin vor allem auf die Qualität und Produktpalette. 1954 erhielt er für seine Produkte die erste Goldmedaille, an der nationalen Landesausstellung Expo 64 wurden seine Produkte landesweit bekannt und durch seinen Lieferauftrag an die Swissair wurde der Schwarzbube Kirsch auch international bekannt.

 
 
Antrinkete bei den Kellereiarbeiten bei Urs Saladin um 1941
 
Aus dem Krämer-und Spezereiladen entstand 1967 der Schwarzbuebemärt, einem modernen Einkaufsladen mit Selbstbedienung, der das Dorf wie die Region Gempen mit frischen Nahrungsmitteln versorgte.
1969 verstarb Urs Saladin und vererbte seinen Besitz an seine fünf Kinder, die, sei es als Automechaniker, Küfer, Brennmeister, Verkäufer oder Sekretärin, bestens im Familienbetrieb integriert waren. Geschäftsführer wurde sein ältester Sohn Fritz, der 1977 eine totale Erneuerung der inzwischen dreissjährigen Brennerei plante. Die Bewilligung der schweizerischen Alkoholverwaltung erhielt er, doch die Neugestaltung der Aktiengesellschaft zur Weiterführung der Firma in der dritten Generation verzögerte sich und das Konsumverhalten zeigte in den achtziger Jahren einen spürbarern Rückgang im Verkauf von Spirituosen. Auch der Tafelwein veränderte sich, die Abkehr vom ländlichen Fasswein wie Magdalener und Kaltersee hin zu qualitativ höherstehenden Flaschenweinen aus dem Burgund und Bordeaux war beobachtbar.
 
 
Kellermeister Paul Saladin im Fasskeller der Urs Saladin AG
 
1983 lief die Brennkonzession unwiderruflich aus und mit dem Tod des Geschäftführers. 1984 wurden auch die Weinkontingente an die Firma Schwob in Liestal verkauft. Die Produktion war von diesem Tage stillgelegt. Während rund zehn Jahren wurden die Produkte noch im angrenzenden Laden verkauft, anschließend breitete sich über dem Gebäude der alten Brennerei Schwarzbueb infolge Erbstreitigkeiten innerhalb der AG ein zwanzigjahre anhaltender Dornröschenschlaf aus.
 
 
 

Rückblickend lässt sich sagen, dass die Firma Urs Saladin, selbst in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten während fünfzig Jahren fünf bis zehn Leute aus dem Dorf beschäftigte und somit größter Arbeitgeber des Dorfes war.
Urs Saladin hatte zudem das erste Motorrad im Dorf, den ersten Lastwagen, die erste Limousine, das erste Telefon, den ersten Warenlift, die erste Zentralheizung.

Quelle: Elisabeth Glaser, Lehrerin Nuglar



Restaurant Alte Brennerei und Kulturbrauerei Schwarzbuebe Bier

Bifangstrasse 1
4412 Nuglar, Schweiz
Telefon: +41 61 913 02 70
mail@altebrennerei.ch

Willkommen in Nuglar, Solothurn, Region Basel-Land
Susanna Keller und Martin Klotz
Pension, Übernachtung, Bed and Breakfast, B&B Basel-Land, Solothurn, Schweiz
 
  Schwarzbuebe Bier
  Seitenanfang